Vereinslokal / Singstunden

Einen großen Anteil am guten Ruf unseres Vereines hat unser Vereinslokal in dem wir uns jeden Montag um 20:00 Uhr zur Singstunde treffen. Da wir unsere trockenen Kehlen mit Bier oder Wein kühlen können, haben wir Freude in den oft schweren Übungsstunden. Und nur wer Freude hat kann gut singen.

Als unser Verein 1906 gegründet wurde, war unser Vereinslokal schon 159 Jahre alt. 1747 baute der Posthalter Paul Schuler gegenüber der Lammwirtschaft ein neues Gasthaus und nannte es Adlerwirtschaft. Warum er es so nannte sieht man, wenn man die Nordseite des stattlichen Barockhauses betrachtet.

Thurn und Taxis wollten als Postschild einen schwarzen, doppelköpfigen Habsburger Adler anbringen lassen. Das hat aber den Markgrafen von Ansbach nicht gefallen. Der dachte sich, wenn er schon dulden musste, dass Thurn und Taxis mit ihren Postkutschen durch sein Ansbacher Gebiet fahren, kommt als Postschild nur sein roter einköpfiger Brandenburgischer Adler mit schwarz weißem Zollernwappen in Frage. So hat er an einer kaiserlich geschützten Poststation ein Brandenburgisches Wappen anbringen lassen.

Paul Schuler starb 1751 im Alter von nur 39 Jahren. Thurn und Taxis ernannten daraufhin seine Witwe Kunigunde Elisabeth zur Kaiserlichen Reichsposthalterin. 1754 heiratete sie Johann Georg Bär. Er war der Sohn des Kaiserlichen Posthalters von Rückersdorf. 1760 verstarb aber auch sie mit 44 Jahren. 1763 übernahm ihr Sohn aus erster Ehe Christian Schuler wieder die Posthalterei.

1806 kam Wassermungenau mit dem Markgrafentum Ansbach an die Bayerische Krone. Seine Postanstalt wurde deshalb 1808 als Postexpetition in Königlich Bayerische Verwaltung genommen. Der letzte Taxische Posthalter Georg Michael Schuler trat als Königlich Bayerischer Postexpeditor in bayerischen Dienst. Er starb aber bald darauf im Februar 1811.

Im Lauf der Jahre hat sich statt Adlerwirtschaft immer mehr der Name Posthalterei eingebürgert. Und so wurde im Jahre 1808 die Umbenennung in Gasthaus zur Post veranlasst.

Bis 1836 war das Gasthaus dann mit kurzen Unterbrechungen in den Händen der Familie Schuler. 1837 heiratete die Schwester des letzten Posthalters Georg Christian Schuler einen Fuhrmann aus Schwabach, Konrad Martin Thumshirn, der dann zum Kaiserlichen Postexpetitor ernannt wurde.

1882 wurde in der Post die erste Telegrafenanstalt eingerichtet und 1903 eine gemeindliche öffentliche Fernsprechstelle.

1922 war es dann mit der Poststation vorbei. Nach 225 Jahren wurde sie in ein anderes Gebäude in Wassermungenau verlegt. Es war auch das Jahr in dem Leonhard Meyer das Gasthaus übernahm.

Ab 1949 bewirtschafteten sein Sohn Hans Meyer mit seiner Frau Emmi die Post Er verstarb leider viel zu früh. Jetzt sind es seine Tochter Evi Günther und ihr Mann Hans Günther die das Gasthaus weiterführen.

Ein Höhepunkt in der langen Geschichte des Hauses war der Besuch des Johann Wolfgang von Göthe. Er war auf der Rückfahrt seiner Italienreise und frühstückte am 13. Juni 1788 für 24 Kreuzer.

Seit unser Verein 1906 gegründet wurde, haben die Sänger schon viele schöne Stunden im Gasthaus zur Post verbracht. Von Theateraufführungen über Faschingsfeiern und Sängertreffen bis zu Weihnachtsfeiern und Geburtstagen.

Oft war es schon früher Morgen bis der letzte Sänger nach Hause ging.

Der MGV Frohsinn will nicht vergessen sich bei Frau Meyer und Familie Günther zu bedanken. Sie haben stets ein offenes Ohr für uns und erfüllen uns jeden Wunsch.

Verfasser: Walter Winter

 

 

 

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